07.02.12 08:20 Alter: 101 days
Kategorie: Josefsheim Pressemitteilungen

Projektpartner bereiten nächsten "We empower uS bH"-Workshop in Rumänien vor

„Dieses Projekt wird die Berufschancen für Menschen mit Behinderung in Rumänien deutlich verbessern”, sagt Victor Prescura. „Und nicht nur dort“, fügt er hinzu. „In ganz Europa“. Victor Prescura ist der Vizepräsident der ARSBH, der Rumänischen Vereinigung für Menschen mit Spina bifida und Hydrocephalus. Das Projekt, von dem der 29-Jährige spricht, heißt „We empower uS bH“. Acht Partner aus fünf europäischen Ländern haben zusammengefunden, um ein berufliches Förderkonzept für Menschen mit Behinderung zu entwickeln, das es in dieser Form bislang in Europa noch nicht gibt.


Victor Prescura ist Vizepräsident der ARSBH. Vom Arbeitstreffen der Projektpartner in Rumänien erhofft er sich einen Fortschritt für Menschen mit Behinderung in seinem Land.

Koordiniert wird das Projekt in Olsberg. Das Josefsheim Bigge ist ein Dienstleister für Menschen mit Körper-, Sinnes- und Mehrfachbehinderungen. Projektleiter Martin Künemund hat bei der Europäischen Kommission im Rahmen des Leonardo-Programms für lebenslanges Lernen die Fördergelder akquiriert. „Das Besondere an unserem Projekt ist, dass Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation mit Verbänden der Selbsthilfe zusammenarbeiten“, erläutert Künemund. Die beteiligten Organisationen kommen aus Deutschland, der Schweiz, Nordirland, den Niederlanden und aus Rumänien. Die Technische Universität Dortmund begleitet das Projekt wissenschaftlich.

 

Die Projektpartner treffen sich regelmäßig, um den Fortschritt ihrer Arbeit zu besprechen. Das nächste Mal im Mai in Rumänien. Zur Vorbereitung ist Victor Prescura derzeit zu Gast in Olsberg. Für die ARSBH und ganz allgemein für Menschen mit Behinderung in seinem Land erhofft er sich einen Sprung nach vorn im Bewusstsein der Öffentlichkeit: „Ein Vertreter der Vereinten Nationen hat seine Teilnahme an dem Workshop angekündigt. Wir erwarten außerdem den Gesundheitsminister Dr. Ladislau Ritli“, freut sich der Vizepräsident der Selbsthilfeorganisation. Klar, dass mit diesen prominenten Gästen auch das Interesse der Medien groß sein wird.

 

„Die Perspektive eines Landes, dessen Probleme grundlegend andere sind als unsere, bereichert die Zusammenarbeit“, sagt Projektleiter Martin Künemund. Viele rumänische Eltern können die in den ersten Wochen lebensnotwendigen Operationen ihrer Kinder nicht bezahlen. Spina bifida ist eine angeborene Querschnittlähmung, Hydrocephalus eine Störung des Hirnwasserkreislaufs. „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Kinder überhaupt überleben“, sagt Victor Prescura, der selbst von Spina bifida betroffen ist. „Wir vermitteln Neurochirurgen, die die Kinder kostenlos operieren, und helfen mit Spenden, um die Sachkosten zu decken.“ In den acht Jahren ihres Bestehens hat die ARSBH auf diese Weise rund 1.000 Kindern helfen können.

 

In den zweieinhalb Jahren der Projektlaufzeit werden die acht Partner ein berufliches Förderkonzept erarbeiten, das sieben Instrumente umfasst: von Empfehlungen zur individuellen Berufswahl über Informationen für Arbeitgeber bis zum Peer Counselling, also der Beratung von Menschen mit Behinderung durch Menschen mit Behinderung. Bei ihrem  Treffen im Mai in Rumänien werden die Projektpartner festlegen, wie die Instrumente an die Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern angepasst werden können. Außerdem soll geprüft werden, welche Inhalte sich für E-Learning eignen, damit Menschen mit Behinderung auch von zu Hause aus am PC teilnehmen können.

 

„We empower uS bH“ endet im April 2013 mit einer internationalen Fachtagung im Josefsheim Bigge. Dort wird das berufliche Förderkonzept der Öffentlichkeit vorgestellt. Victor Prescura und Martin Künemund erhoffen sich viel davon. „Es wird eine neue, zeitgemäße Herangehensweise sein“, sagt Victor Prescura. „Wir werden keine abgehobenen Träume präsentieren, sondern Konzepte, die in ganz Europa zum Vorteil der Menschen mit Spina bifida und Hydrocephalus verwirklicht werden können.“

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projektwebsite: www.we-empower-us.eu.